Der “Social Media Code of Ethics” – Ein Fingerzeig mit Luft nach oben
Geschrieben von Thorsten Ulmer am 24. November 2009 | Abgelegt unter Social Media
Die Fachgruppe Social Media des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) hat vor kurzem einen sog. “Social Media Code of Ethics” veröffentlicht.
Der Nutzer mischt sich aktiv in die Markenführung und Unternehmenskommunikation ein und lässt sich nicht beeinflussen. Die gängigen Marketing- und PR-Instrumente greifen nicht mehr. Social Media erfordert einen öffentlichen Dialog zwischen werbungtreibenden Unternehmen und Internetnutzern: sachlich, fair und achtungsvoll.
So weit. So nicht neu. Für mich. Und vermutlich auch nicht für die meisten, die diesen Blogeintrag lesen. Weil wir und auseinandergesetzt haben mit diesem Thema. Weil wir immer und immer wieder ein Unternehmen auf die Nase haben fallen sehen. Aber für die Mitglieder dieses Verbandes ist dieses Thema zumindest teilweise immer noch ein Minenfeld. Ich denke eine Publikation einiger Spielregeln durch einen offiziellen Verband kann dem Thema durchaus mehr Gewicht verleihen. Kann die Sensibilität in den Unternehmen erhöhen.
Der Social Media Code of Ethics der Fachgruppe Social Media im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. listet sechs Punkte auf, die werbungtreibende Unternehmen im Umgang mit Social Media beachten sollten.
Werbungstreibende Unternehmen? Und die anderen? Klar ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass werbungstreibende Unternhmen Erwähnung im Bereich von Social-Media-Plattformen finden. Allerdings sollten diese Richtlinien für alle Unternehmen gelten. Denn die Kunden scheren sich nicht darum, ob ein Unternehmen auf welche Art auch immer Werbung macht oder nicht. Der Kunde entscheidet, über welches Produkt oder welche Firma er publiziert. Werbung hin oder her.
Hier die sechs Richtlinien:
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1. Respekt
Wir respektieren unsere Nutzer und deren Meinungen und achten auf einen respektvollen Umgang der Akteure untereinander.
2. Sachlichkeit
Wir begrüßen themenbezogene Inhalte und sachliche Kritik.
3. Erreichbarkeit
Wir reagieren schnellstmöglich und angemessen auf direkte Fragen, Anregungen und Kritik.
4. Glaubwürdigkeit
Wir stehen mit unseren öffentlichen Aussagen und Meinungen nach bestem Wissen und Gewissen für Transparenz und Glaubwürdigkeit.
5. Ehrlichkeit
Wir gehen mit Fehlern offen um und verschleiern sie nicht.
6. Recht
Wir respektieren die Rechte unserer Nutzer sowie die Rechte unbeteiligter Dritter, insbesondere Urheber- und Persönlichkeitsrechte und Datenschutz.
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Ganz schön kurz und knackig. Grundsätzlich finde ich das als prägnante Version auch gut. Das lässt sich gut ausdrucken oder in eine Präsentation packen.
Aber für einen “Code of Ethics” ist es dann doch zu wenig. Ich hätte mir – gerade für die unerfahrenen Unternehmen – schon mehr Informationsgehalt gewünscht.
Was aber wirklich mehr als schade ist: Keine Möglichkeit des offenen Feedbacks. Keine Kommentare. Da bringt also ein Verband einen Verhaltenskodex heraus, in dessen Rahmen Transparenz und die Reaktion auf sachliche Kritik empfohlen wird, bietet aber dazu keine Möglichkeit des offenen Feedbacks? Suspekt.
Aber wie gesagt: Ich denke, dass diese Veröffentlichung dazu beitragen kann weiter für das Thema zu sensibilisieren.
Am Ende hat aber Klaus Eck natürlich Recht:
Es reicht längst nicht mehr aus, sich auf einen Code zu verpflichten. Kunden durchschauen es sehr schnell, wenn Unternehmen es bei ihren Worten belassen und auf Taten verzichten.
Die Wahrheit liegt nämlich immer noch auf dem Platz…
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