Flaek: Marken- und Produktentwicklung im Web
Geschrieben von Thorsten Ulmer am 8. Februar 2010 | Abgelegt unter Marketing und PR
“Pornös, meine Herren”. So begrüßt mich die Webseite der Marke flaek.
Aufmerksam wurde ich auf dieses spannende Projekt in der neuen PAGE.
Hier wird nun einmal das getan, worüber auf verschiedensten Plattformen allzuoft theoretisiert wird. Die komplette Marken- und Produktentwicklung wurde und wird auf Basis von Kommentaren, Blog-Postings, Facebook- und Twitter-Beiträgen betrieben. Als den Artikel in der PAGE las musste ich an Martin Oetting denken. Und natürlich findet sich bei ihm im Blog bereits ein Posting auf dem die Gründer die Geschichte grob erklären. Daher möchte ich aus diesem Posting zitieren.
Fleak ist das Ergebnis einer Abschlussarbeit im Bereich Mediendesign. Die Gründer Oliver Baumgart und Sven Matschinsky haben sich hier zur Aufgabe gemacht eine Marke vom Start weg aufzubauen. Und zwar von Beginn an unter Einbezug des Feedbacks von “außen”.
Es war von Anfang an klar für uns, unsere Marke nicht im stillen Kämmerchen zu entwickeln. Für den gewohnten Weg in Form von Produktdesign hinter verschlossenen Türen, Marktanalysen und großem Werbe-Spektakel für den Kopfsprung in den Markt war weder Überzeugung, Budget, noch Zeit vorhanden. Wir wollten stattdessen so weiter machen wie bisher: als Sneaker-Fan mit anderen kommunizieren und diskutieren, nur dieses Mal über das eigene Label.
Der gesamte Prozess, von Namensfindung über Kommunikationskonzept, Produktdesign, Verpackungsgestaltung und Corporate Design konnte zusätzlich über Twitter und Facebook verfolgt werden.
Feedback und Ideen von Lesern inspirierten unsere Namensgebung gleichermaßen wie unsere Gestaltung.
Das persönliche Gespräch wurde über die Markenidentität hinaus zum gestalterischen Leitfaden und prägte nahezu jede Ebene des Gestaltungsprozesses, was für uns als Designer natürlich besonders interessant war.
Eine riesen Idee finde ich, Leserkommentare auf Anzeigen und Plakaten einzusetzen:

Wenn das mal nicht authentisch ist. Es hebt sich einfach ab von der üblichen “Wir sind cool”-Kommunikation sonstiger Marken aus diesem Bereich. Auffällig und eben auch eine User-Idee ist die Perspektive auf den Plakaten. Eben aus Sicht des Trägers.
Ich bin jedenfalls schwer begeistert von der Geschichte und ich hoffe, dass die Dinger auch tatsächlich in Produktion gehen. Ich nehm dann auf jeden Fall ein Paar!
Ach ja und zum Schluss:
Es geht nicht darum, mit der nächsten, breit angelegten Social-Media-Marketing-Aktion Nutzer wie Viehherden zu Interaktion und User Generated Content zu treiben. Manchmal reicht es aus, ehrlich und persönlich mit Marken- und Produktinteressenten anstatt mit “Zielgruppen” zu sprechen.
Pornöser hätte ich es nicht ausdrücken können!





